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::: Highway to Heaven :::

LASAGNE  IM  LAMALAND

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© Dhritiman Mukherjee

 

Drei Wochen unterwegs im Himalaya. Bericht einer Reise in das Spiti Valley und nach Ladakh, das Land der hohen Pässe und hohen Lamas. Teil 2: Die gemütliche Oasenstadt Leh, die Klöster Hemis und Lamayuru – und eine Vorlesung des Dalai Lama.


Fotos: Julie und Knut Rakus, Dhritiman Mukherjee, Aksveer Singh, Nima Tsering, Michelle Roussell, Simon Schreyer. Reiseblog / derstandard.at // Lifestyle

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  1. August 2009

Aufbruch vom zeitlos schönen Spiti Valley (siehe Teil 1) im grauen Morgengrauen und Abschied von der entzückenden alten Dame, die uns während der letzten Nächte beherbergt hat. Die Rumpelpiste schüttelt unsere Knochen durch und die Stimmung ist etwas gedrückt, kommt mir vor – zumindest ich bin ein bisschen traurig, Spiti zu verlassen, denn hier fühlt sich meine Seele ganz daheim. Passenderweise nieselt es auch ein wenig.

Tomatenomelette und Ginger-Lemon-Honey in einem kleinen Roadside-Lokal. Während unserer Essenspausen sitzt unser Fahrer Rozan stets an einem anderen Tisch und unterhält sich mit den Einheimischen oder raucht ruhig. Ich mag den Kerl sehr! Er ist zwei Jahre jünger als ich, aber viel erwachsener und verantwortungsvoller. Dennoch hat er auch Sinn für Abenteuer, denn seine Arbeit ist schließlich keine ungefährliche.

Dann geht die Fahrt über einen Gletscher und vorbei an einem Hochlandsee in der Mondlandschaft des Chandratal-Valleys. Wir manövrieren über staubige Pisten und an einem betongrauen Fluss entlang wieder hinunter in die Täler nördlich von Manali, wo es grüner wird und aussieht wie daheim in Tirol, nur sind die Berge hier doppelt und dreifach so massiv und gewaltig.

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Was man unbedingt nach Asien mitnehmen sollte und dort in ausgiebigem Maße auch noch nachträglich üben kann, ist Geduld. Was bleibt einem schon anderes übrig, wenn man sich vorsichtig und mit stetem Hupen durch eine riesige Herde Schafe vorarbeitet. Man kann auch beginnen, sie zählen, und schon ist man eingeschlafen.
Was man unbedingt nach Indien mitnehmen sollte und dort in ausgiebigem Maße auch noch nachträglich üben kann, ist Geduld. Was bleibt einem schon anderes übrig, wenn man sich vorsichtig durch eine Herde Schafe vorarbeitet. Man kann auch beginnen, sie zählen, und schon ist man eingeschlafen

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Hier regnet es nun tatsächlich heftig und Nebelfetzen ziehen über die dunkelgrünen Bergflanken. Wir durchqueren überquellende Furten, hupen uns durch Schafherden und vorbei an frei galoppierenden Lastpferden mit flatternden Mähnen.

Als es immer regnerischer wird und wir Gegenden passiert haben, die aussehen wie das Defreggental und dann wieder wie die Alpes Maritimes, halten wir zur Übernachtung in Keylong, wo schon ein gefährlicher Alkohol-Vibe in der Luft liegt: Heute ist Indiens 62. Nationalfeiertag.

Knut gebietet die Erwählung einer Herberge, nur um mich dann wie einen wandelnden Witz anzusehen weil die in bestechendem Türkis gestrichene Pension das Bad im Gang hat und zweimal 350 rps (!) kostet. Als dann aber der junge Kellner ein Beatles-T-Shirt anhat und man uns ein schmackhaftes Essen auf der Veranda serviert, ist die Welt wieder in Ordnung und außerdem gewinnt er glorreich beim UNO-Spielen.

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  1. August

Tief, fest und sehr erholsam geschlafen in meinem türkisen Raum. Als ich aufwache, ist das Geräusch des Regens verstummt. Draußen brennt schon die Sonne auf die Berge, an deren Hängen die Kaskaden frühlingszwiebelgrüner Reisfelder herabfallen.

Probleme mit der Höhe habe ich keine; nur ab und an einen Anflug von Unwohlsein und einen leichten Druck hinter der Stirn. Alles – Atmen, Denken, Gehen – ist anstrengend und die Sonne knallt schon um zehn Uhr mächtig auf die Haut. Weiße Schmetterlinge purzeln über unserer Veranda durch die dünne Luft.

Rozan erscheint heute strahlend, frisch rasiert und coiffiert in einem brandneuen Overall von The North Face, oder bei genauerer Betrachtung eher von The North Fake, was ich den guten Rozan natürlich nicht wissen lasse. Wir frühstücken bestens gelaunt Banana-Porridge und Kaffee und fahren vorbei an zahllosen indischen Alkoholleichen am Straßenrand hinauf Richtung Grenze nach Jammu-Kaschmir.

Unterwegs rasten wir an einem Flussufer am Fuße der eindrucksvollen, leicht begrünten Massive. Wir können uns heute Zeit lassen, weil die Strecke von hier bis Leh nicht an einem Stück zu bewältigen ist und wir in einem Camp am Beginn der Hochwüste von Ladakh übernachten werden.

Die erste von drei Chai-Pausen verbringen wir im Zelt der wahnsinnig hübschen Mutter eines zweijährigen Buddha-Babys. Wir verlassen nun langsam das spärlich begrünte Indien des Bartha-Tales, dessen Straße sich einen 5.000-Meter-Pass hinaufwindet. Ich fühle mich wie auf angenehmen Betäubungsmitteln: müde, fast faul. Fiebrig träumerische Wahrnehmung der verwischten Zirbelwolken im weltraumnahen Blau.

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Die karge Landschaft und die Wolkenschatten, die sich majestätisch über sie hinwegbewegen, haben eine spürbar beruhigende Wirkung auf den Geist. Schön, dass der nächste McDonald’s sehr, sehr weit weg ist.
Die karge Landschaft und die Wolkenschatten, die sich majestätisch über sie hinwegbewegen, haben eine wohltuende Wirkung auf den Geist. Schön, dass der nächste McDonald’s sehr, sehr weit weg ist
An der südlichen Grenze Ladakhs. Der Metallgehalt des Gesteins setzt bei der Oxydation Farbkombinationen frei, die von beige über violett bis schwarz reichen. Darüber das klare Tiefblau des Himmels am „Vordach der Welt“.
An der südlichen Grenze Ladakhs. Der Metallgehalt des Gesteins setzt bei der Oxydation Farbkombinationen frei, die von sandfarben über violett bis schwarz reichen. Darüber das klare Tiefblau des Himmels am „Vordach der Welt“
Nachdem die Pässe zwischen Himachal Pradesh und Jammu-Kaschmir überwunden sind, finden wir uns am Ladakhischen Hochplateau wieder. Im Osten schließt es an Tibet, im Nordwesten an das pakistanische Kaschmir und Baltistan, im Süden an Spiti und Lahaul an. Die Zeltstädte, wie hier am Bild, bieten dem Reisenden Rast, Momos (gefüllte Teigtaschen) und Chai (süßen Gewürztee mit Milch).
Am Beginn der Ladhakischen Hochwüste

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Ich schlucke brav Julies ayurvedische Globuli gegen Schwellungen, trinke über den Nachmittag verteilt anderthalb Liter Wasser und bemerke wie die Landschaft langsam zu dem Ladakh wird, das ich aus Fotobänden kenne, mit seinen scharfen visionären Umrissen der Berge in ihren verschiedenen Braun-, Rost- und Schwarzschattierungen. Witterungen und Stimmungen wechseln schnell mit dem starken Wind.

Nachdem die Pässe zwischen Himachal Pradesh und Jammu-Kaschmir überwunden sind, finden wir uns am Ladakhischen Hochplateau wieder. Im Osten schließt es an Tibet/China, im Nordwesten an das pakistanische Kaschmir und Baltistan, im Süden an Spiti und Lahaul an. Vereinzelte Zeltstädte bieten den Reisenden Rast, Momos (mit Fleisch oder vegetarisch gefüllte Teigtaschen) und Chai (süßer Gewürztee mit Milch).

Ein kurzer, kalter Regenschauer im Gegenlicht verwandelt einen Gesteinshang in ein Diamantenfeld. Dann spannt sich ein riesiger Regenbogen über den weißen Zeltlagern. Wir übernachten in einem von drei Camps, nahe Sarchu, spielen UNO und sehen Sterne. Viele, viele Sterne.

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Das schwarze kleinen Zelt direkt unterm Regenbogen würde man Wilden Westen als Outhouse bezeichnen. Was darin aber für finstere Geschäfte verrichtet wurden, brachten wir nicht in Erfahrung, denn wir hatten unser eigenes Klo im (weißen) Zelt.
Das schwarze Zelt direkt unterm Regenbogen würde man im Wilden Westen als Outhouse bezeichnen. Nur dass niemand glaubt, das sei ein Yeti.
  1. August

Um 9:30 verlassen wir das Camp und fahren schweigend in die ebenfalls schweigenden Berge bis wir zwei Pässe passiert haben. Die Inder legen einen kreativen Charme im Umgang mit der englischen Sprache an den Tag, der sich auch in Verkehrshinweisen niederschlägt: “If you are married, divorce Speed!”, “Be Mr Late rather than the late Mister!” und “After drinking Whiskey, driving is risky!”. Der zweite Pass, Taglang-La, ist mit 5328 m der zweithöchste befahrbare der Erde.

 

High & drei: Julie, Knut und ich auf 5000 m Seehöhe

 

Hier wird die Luft dünn und der Kopf dumpf. Das Herz pumpt. Knut und ich bespielen uns (dank vorsorglich mitgebrachtem Splitter-Adapter) Pingpong-Style mit Tracks von seinem iPod, Julie chillt vorn.

Wir rasten bei Chai-Buden, naschen zu viel und verschenken Veggie-Cracker an Straßenarbeiter. Weiche Wolken werfen schnelle Schatten auf beige-weiße Berge.

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Die Straße von Leh nach Alchi. Die Weite der Berglandschaft Ladakhs kommt dem On The Road-Gefühl sehr entgegen. Es mag an der dünnen Luft liegen, aber sich frei wie der Wind zu fühlen, ist hier ganz leicht – sofern Reisekasse und Verdauungssituation es gestatten.
Die Weite der Berglandschaft Ladakhs kommt dem On-the-Road-Gefühl sehr entgegen. Es mag auch an der dünnen Luft liegen, aber sich frei wie der Wind zu fühlen, ist hier ganz leicht – sofern Reisekasse und Verdauungssituation es gestatten

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Gegen 14:00 Uhr rattert unser Scorpio über die Grenze zu Jammu-Kaschmir. Während Knut eine Unterkunft, die er in guter Erinnerung hat, ausfindig macht, besuchen Julie und ich die Klöster Thiksey und Shey.

Wir unterhalten uns mit Mönchen und genießen die kühle Stille in den Gebetsräumen. Draußen fegt der Hitzewind über das grüne, flache Tal mit seinen Mosaiken aus ovalen Feldern.

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Das Kloster Shey im Indus Tal, nahe Leh

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Am Busbahnhof von Leh verabschieden wir uns von Rozan, der uns ans Herz gewachsen ist und ganze Arbeit geleistet hat: Wir leben. Knut hängt ihm einen weißen, seidenen Ehrenschal (Katta) um und er erhält ein stattliches Trinkgeld. Namasté!

Wir checken ins Hotel ein, gleich ums Eck von Bücherläden, T-Shirt-Shops und Antiquitätenhändlern. Nach einer sehr willkommenen (dank Wassertanks am Hoteldach zeitlich unbegrenzten) Dusche richte ich mich in meinem Zimmer ein. Später gehen wir in die internationale und hippieske Stadt bummeln und fein tibetisch abendessen. Angenehme Tage stehen uns bevor.

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  1. August

Um halbacht von Enfield-Motoren unter meinem Zimmerfenster geweckt. Kein Wunder, denn ich wohne direkt über einem Motorrad-Verleih, wie ich jetzt erst feststelle. Lese die Times of India vom Sonntag und gehe mit Julie und Knut zum Frühstück in den Penguin Garden. Neben Omelette und Espresso gibt’s hier auch Käsetoast vom Dri (weiblicher Yak) – schmeckt wie milder Camembert vom Schaf – und, zu meiner großen Freude, HP-Sauce.

Wir befinden uns auf der (no pun intended) Lee-Seite des Himalaya-Gebirgszuges, am Vordach der Welt.

Leh mag ich. Es sind viele Reisegruppen und Traveller hier, die für reges, kosmopolitisches Flair sorgen, vorrangig angenehme und charaktervolle Leute. Vom geografischen Gefühl her ist die betörende Bergwelt rund um das alte Städtchen ganz was anderes als Himachal Pradesh mit seinen vom Monsun grünen Hügeln.

Die Landschaft hier ist der ausgetrockneter Meeresboden des Tethys-Ozeans. Durch den tektonischen Druck des indischen Subkontinents auf die eurasische Platte wurde dieser Meeresboden auf dreieinhalbtausend Meter hochgehoben und über Jahrmillionen hinweg von harten Wintern tiefgefroren und im Gebläseofen des Sommers gebacken.

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Die Altstadt von Leh.
Die Altstadt von Leh

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  1. August

Dicke Militärbrummer fliegen um 7:00 Uhr über Leh hinweg. Ich bleibe gleich wach und schaue lange aus dem Fenster über die ranken, elegant flirrenden Pinien, die überall in der Stadt wachsen und über die blendenden Schneegipfel am Horizont. Einer davon, Stok Kangri, ist der am leichtesten zu besteigende Sechstausender der Ladakh Range. Doch ich habe keine bergsteigerischen Pläne.

Der Tag fließt ruhig dahin. Nach einem Penguin Garden-Frühstück – jetzt schon ein Klassiker! – geben wir uns eine Filmvorführung im Haus der Womens’ Agricultural Society und eine anschließende Diskussion mit der Regisseurin und Autorin Helena Norberg-Hodge über den Einfluss des westlichen Tourismus auf das beschauliche und glücklich-einfache Bauernland.

In Helenas Vortrag hören wir von den Versuchungen des westlichen Lebensstandards, der Übermacht der Konzerne, vom Einsatz verbotener aber billiger Pestizide zur Ertragssteigerung und über das generelle Problem der expansiven Unzufriedenheit des europäisch-amerikanischen way of life, der auf das relativ homogene, familiär-spirituelle Weltbild der Ladakhis verheerende Auswirkungen hat. Die Relation Locals / Touristen beträgt im Sommer 2009 bereits 1:5. Etwa 40 Westler schämen sich nach dem Film für ihr unwissendes und stereotypes Verhalten und geloben heimlich alsbaldige Besserung.

Wir drei gehen zuerst einmal nach Hause telefonieren (die Zeit der dauernden Erreichbarkeit durch Handies ist noch nicht angebrochen), und zwar in einem Loch in der Wand, das von einem „Friend“ betrieben wird, der täglich vor einer riesigen Clown-Uhr mit verschiedenen Zeitzonen die unglaublichsten Gespräche und Szenen ohne Untertitel vorgeführt bekommt.

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  1. August

Ich war heute im Kloster Hemis, westlich der kleinen Stadt Karhu. In der Früh begleitet mich Knut via German Bakery (Frühstückserwerb) zum Bus, der bereits zehn Minuten vor seiner Abfahrtszeit knackevoll ist. Julie hat sich trotz unserer Warnungen gestern mit Papaya-Smoothies und Salat den Magen verdorben. Vorsätzlich quasi. Als Trost habe ich ihr ein Comic geschenkt: Tintin in Tibet. Knut bleibt heute bei ihr im Guesthouse.

Hemis liegt versteckt hinter einer Felsflanke, die aussieht wie eine umgestürzte Schnitte Nougat-Schichttorte, und oberhalb eines grünen, baumbewachsenen Ackerlandes mit Eseln und Kühen. Vom Innenhof, in dem drei Fahnen dumpf und weich im Wind flappen, sieht man die Wolken blitzschnell hinter dem zackigen Berg über dem Kloster hervorflitzen. Ich sitze lang im Aufgang zur Zelle eines Mönches. Er trommelt, psalmiert und bringt ab und zu einen klaren, bronzenen Glockenton in die Liturgie ein.

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Mönch in der Bibliothek des Klosters Thiksey / Ladakh.
Mönch in der Bibliothek des Klosters Thiksey

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Es ist abwechselnd knallheiß oder herbstlich kühl, je nachdem ob die Wolken gerade aus der Sonne weichen oder ihre eiligen Schatten übers Tal werfen. Die Aussicht ist endlos schön: Ketten von beige-weißen Bergen in Richtung Tibetisches Hochplateau, darüber der bleichblaue Himmel.

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Blick von Hemis über das Industal
©M. Roussell/flickr

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Im Keller des Klosters gibt es ein Museum mit Schätzen aus alten Zeiten: Rinpoche-Szepter, Reisethermoskannen aus Holz und Metall, die fahrende Lamas im 16. Jhdt. verwendeten, Schneeleoparden- und Tigerfelle und eine Schwarzwälder Kuckucksuhr, genannt “German Clock“, offenbar ein Geschenk des bayrischen Geographen und Himalaya-Forschers Hermann Schlagintweit.

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Statue des Buddha Maitreya in Thiksey.
Statue des Buddha Maitreya im Kloster Thiksey

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Am Rückweg nach Karhu (ich habe den einzigen Bus des Tages versäumt) begegne ich reisigsammelnden oder burgunderrote Wäsche waschenden Kinder-Mönchen. Bauschige Gerstenfelder wogen im warmen Wind und Grillen zirpen. Hoher Sommer.

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22. August

Der Tag beginnt grau und endet orange. Dazwischen liegen Stunden, die wir ganz im Hier und Jetzt verbracht haben. Nur so kann man den Dalai Lama erleben. Die starke Ruhe, die er ausstrahlt, die altersgedämpfte Quirligkeit und sein aufsprudelndes Lachen. Die Zuversicht, die er seinem Exilvolk und all seinen Zuhörern schenkt.

Im Morgengrauen nehmen wir gemeinsam mit einem französischen Fotografen und einem zahnlosen, urlieben Großmütterchen ein Taxi bis zum tibetischen Flüchtlingslager in Choglamsar bei Leh. Irgendwann bleiben wir im Stau der Autos und der Fußgänger stecken, steigen aus und schwimmen mit der Menge mit, hin zu einem großen Feld, auf dem sich etwa 40.000 Menschen einfinden, um einer viertägigen philosophischen Lektion des Dalai Lama zuzuhören.

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Einmal pro Jahr kommt der Dalai Lama nach Ladakh, einst die westlichste Provinz Tibets. Zu diesem Anlass pilgern an die 40.000 Mönche, Nonnen, Ladakhi-Bauern, indische Buddhisten und westliche Reisende in das tibetische Flüchtlingslager in Choglamsar bei Leh.
Einmal pro Jahr kommt der Dalai Lama nach Ladakh, einst die westlichste Provinz Tibets. Zu diesem Anlass pilgern an die 40.000 Mönche, Nonnen, Ladakhi-Bauern, indische Buddhisten und westliche Reisende in das tibetische Flüchtlingslager in Choglamsar bei Leh

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Am nördlichen Ende des Rasens steht eine königliche Tribüne mit Baldachin und Potala-Fahne. Sanft kämmt der Wind durch goldene Wimpeln, Stoffbahnen und Thankas. Die Menge davor ist unterteilt in Mönche und Nonnen (burgunderrot, orange, konzentriert, ergriffen, dankbar), Ladakhis (erdig bunt, traditionell, still, dankbar) und westliche Traveller (grellbunt, laut, undiszipliniert, nicht undankbar).

Alle sitzen wir eng zusammengedrängt auf Decken oder einfach auf dem Rasen. Gezopfte Omis füttern und wiegen ihre Enkel am Schoß und lauschen der entschiedenen und raschen Phrasierung Seiner Heiligkeit, dauerberuhigt von seinem raunenden, resonanzreichen Bariton.

Da stürmt plötzlich ein rüstiger, germanischer Firmenchef in Bergsteigergewand, gefolgt von Familienanhang, die Sitzflächen rechts der Tribüne mit kernigen Eroberersprüchen. Hurtig huschen ein paar Hippies zur Seite. Neben mir zupft sich ein Punk-Girl mit einer Pinzette sage und schreibe die Beinhaare aus, während drei Meter weiter hinter der Absperrung zehnjährige Mönche mit Sonnenstich kollabieren. Die Hitze dominiert den Ort ebenso wie eine, alles in allem, doch sehr friedvolle Stimmung. Die englische Synchronübersetzung tönt dumpf aus großen Boxen.

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Nonnen und Mönche bei der Vorlesung des Dalai Lama in Choglamsar. Man beachte den Ausdruck von Hingabe an den Moment in den Gesichtern. Nicht umsonst ist der tibetische Beiname Seiner Heiligkeit „Kundün“, was soviel wie „Gegenwart“ bedeutet.
Nonnen und Mönche bei der Vorlesung des Dalai Lama in Choglamsar. Man beachte den Ausdruck von Hingabe an den Moment in den Gesichtern. Nicht umsonst ist der tibetische Beiname Seiner Heiligkeit „Kundün“, was soviel wie „Gegenwart“ bedeutet.

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Ergreifende Augenblicke: das schnelle tausendfach gemurmelte Om Mani Päme Hum, die Ankunft seiner Heiligkeit mit langsamen, fast militärischen Paukenschlägen und dem schrillen Chor der Dudelsäcke, das Nahen der gelben Sänfte mit dem von allen geliebten Mönch darin, die Segnung der Menge.

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Seine Heiligkeit, der Dalai Lama – sichtlich in die Jahre gekommen, aber stets bereit, in allen Lebenssituationen das Humorvolle zu finden. Vier Tage lang sprach er von 9:00 bis 13:00 Uhr auf Ladakhi über den Weg des Buddha Avalokiteshvara (in Tibet Chenresi genannt), den Buddha der Barmherzigkeit, dessen Inkarnation er selbst ist.
Seine Heiligkeit, der Dalai Lama – sichtlich in die Jahre gekommen, aber stets bereit, in allen Lebenssituationen das Humorvolle zu finden. An vier Tagen sprach er von 9:00 bis 13:00 Uhr auf Ladakhi über den Weg des Buddha Avalokiteshvara (in Tibet Chenrezig genannt), den Bodhisattva der Barmherzigkeit, dessen Inkarnation er selbst ist

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Des Dalais heutige Lektion über das Bodhichitta und den Weg des Avalokiteshvara, des Bodhisattvas des universellen Mitgefühls: Hilf Tieren, wo und wann immer du kannst, versuche sogar mit den Dämonen, die dich quälen (Sehnsucht, Eifersucht, Gier, Ehrgeiz) Mitleid zu haben.

Am zweiten und am dritten Tag ist die Stimmung unter den Foreigners auch schon ruhiger und die Aufmerksamkeit größer, obgleich sich wieder ein paar Kalifornierinnen mit im Tank Top wogendem Busen einfinden. Die meisten Leute sind aber wegen der Hitze komplett verhüllt und wir sehen alle aus wie kleine, private Zelte.

Gerade als ich überzeugt bin, nie mehr Eifersucht, Gehässigkeit und andere Quälgeister in meinem Herzen zu nähren, und wenn, dann nur mit gütigster Gastfreundlichkeit, balanciert eine gut siebzigjährige Amerikanerin unter „Sorry“- und „Pardon me!“-Ausrufen durch die sitzende, konzentrierte Menge und bleibt schwankend vor der Gruppe stehen, in der ich mich befinde.

Meine Platzwahl war nicht ganz unbeeinflusst davon, dass sich ein unglaublich hübsches, offenbar dänisches Mädchen mit langem, ebenholz-schwarzem Haar unterm Strohhut in der Nachbarschaft dieser vorrangig weiblichen Sitzgruppe befindet.

Es ist ausgerechnet diese Dänin, welche die ältere Amerikanerin heranwinkt und ihr einen Platz von etwa 80 Quadratzentimetern neben sich anbietet. Das führt dazu, dass die internationalen Ladies um mich herum zusammenrücken und ich mich, als einziger Gentleman, veranlasst fühle, aufzustehen, und die alte Dame am Ellbogen über die letzten Meter zu ihrem so entstandenen winzigen Sitzplatz geleite. „Where do you want me, honey?” fragt die wirklich sehr liebenswürdige Betagte mich, strahlend vor Dankbarkeit.

Im Moment als sie sich niederlässt, merke ich natürlich, dass es hiermit mit meinem eigenen Sitzplatz ein jähes Ende hat: Die Wogen herumrückender Menschenleiber über ihm glätten sich bereits wieder. „In hell, bitch!“ zischt der nächstbeste Dämon in meinem Kopf.

Ich habe nicht einmal mehr die Möglichkeit, mich unbequem hinzuhocken oder zu stehen – es ist einfach zu eng! Die Dänin lächelt mich höflich an und wendet sich wieder ab. Ich ringe um Balance. Ja, sogar der Weg hinaus in die Rasenschneise ist ein dorniger – voller leerer Blicke, die mich treffen, als ich mich entschuldigend durch die lauschende Menge mit ihren spitzen Sonnenschirmdächern hindurch fädle. Endlich am Rande des Feldes angekommen, höre (geschweige denn sehe) ich von Seiner Heiligkeit kaum mehr etwas.

Ich warte noch einige Minuten, auf dass sich irgendetwas im Gefüge der Menschenmasse lichten möge, aber dann geht mir die Geduld aus. Zu meinem bitter notwendigen Trost öffne ich die Kartonbox von der German Bakery und entnehme ihr meine mit großer Vorfreude bedachte Schnitte Apple Crumble. Der jedoch crumbled mir beim ersten Bissen aus der Hand und zerpatzt im Staub zu meinen Füßen. Pflapp! Das Ende der Veranstaltung ist nun für mich gekommen: Obwohl mich bedauernde Blicke umherstehender Ladakhis streifen, kann ich meinen schwälenden Zorn auf die Situation kaum hinter einem Kampflächeln verbergen und mache mich auf den Heimweg.

Erst im kühlenden Fahrtwind am Dach des Buses, der mich nach Leh zurückbringt, komme ich wieder in der Schönheit der Gegenwart an: die gleißenden Schneefelder auf den braunen Bergketten, das tiefe Königsblau des Mittagshimmels, die beigen, sanft gefalteten Weiten der Landschaft und schließlich der an einen Miniatur-Potala erinnernde Stok-Palast.

In Leh führt mich mein erster Weg in die Pizzeria am Flachdach einer Häuserzeile über dem Markt, wo ich einem heißen Begehren nachkomme: einer Thunfisch-Lasagne unter brutzelnder Bechamelsauce, die mich seit Tagen schon auf der Speisekarte angelacht hatte. Ich benötige handfesten Seelentrost. Endlich zurück in der Ungestörtheit des Hotels, breite ich mich wohlig seufzend am Bett aus, nehme die Gaben der „Rasta“ aus Spiti in Augenschein und gönne mir einen tiefen Schluck Jack Daniel’s aus unserer Reiseapotheke.

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In Himachal Pradesh begegneten wir einer alten Pilgerin, die in Begleitung eines Mönches und einer Nonne die mühselige Reise zum Ladakh-Besuch des Dalai Lama machte. Diese alte Frau mit Gebetstrommel bei der Lesung des Dalai Lama in Choglamsar mag eine ähnliche Odyssee hinter sich gebracht haben.
In Himachal Pradesh begegneten wir einer alten Pilgerin, die in Begleitung eines Mönches und einer Nonne die mühselige Reise zum Ladakh-Besuch des Dalai Lama machte. Diese alte Dame mit Gebetstrommel bei der Lesung des Dalai Lama in Choglamsar mag eine ähnliche Odyssee hinter sich gebracht haben

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Als ich aus meiner süßen Siesta erwache, steht die Sonne schon im Sinkflug, von Knut und Julie noch keine Spur.

Ich dusche heiß-kalt, hinterlasse eine Nachricht für die beiden und spaziere gut gelaunt zum Namgyal-Tsemo-Palast hinauf, und dann weiter über steile Pfade bis zum kleinen Dzong (ein trutziger Aussichtsturm). Im obersten Stübchen lasse ich mich im Schneidersitz am irdenen Boden nieder und schaue eine gute Stunde lang ungestört über Leh und das Industal.

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Stok Kangri, gesehen von Leh           ©Aksveer Singh

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Die ostseitigen Hänge des Stok Kangri werden langsam dunkelblau, die Schatten der Felsrücken immer länger. Hunderte Gebetsfahnen sind an einem dicken Tau zwischen dem Dzong und einem niedrigeren Aussichtshügel aufgespannt. Ihr Knattern ist das einzige Geräusch.

Beim Abendessen in der Tibetan Kitchen werde ich über die roten Freundschaftsbänder, die der Dalai Lama geweiht hat und die in der Menge verteilt wurden, aufgeklärt: eines davon hat mir Knut am Vormittag ans Handgelenk gebunden. Also nicht abnehmen und den Knopf darin nicht aufmachen! Ich habe dafür bereits geschlagene 15 Minuten gebraucht, weil ich es doch lieber am linken Handgelenk tragen möchte…

Auch eine zweite Gelegenheit in der Nähe des Dalai Lama zu sein bietet sich mir, und sie verläuft nicht minder „patschert“: Am Nachmittag des zweiten Lesungstages steht für den Dalai Lama der Besuch der Shanti-Stupa nordwestlich von Leh am Programm.

Am Rückweg soll seine Entourage im Konvoi durch die Innenstadt kommen, wobei die Innenstadt von Leh nicht wesentlich größer als ihre belebteste Kreuzung ist. Dort, in der Nähe des Geschäftes der Dzomsa-Schwestern, wo man seine Wasserflaschen nachfüllen lassen kann, setze ich mich auf ein Flachdach vor einem an die Hausmauer gemalten Dharma-Rad und warte auf den Konvoi.

Dabei werde ich in der prallen Sonne immer müder. Der weiße Plastikstuhl geht unter mir, in der Hitze weich geworden, langsam in die Grätsche. Ich lege ein Bein übers andere, verschränke die Arme und schließlich sinkt mir das Kinn auf die Brust. Das nächste, was mir wieder bewusst wird, ist ein Raunen in der andächtig am Straßenrand stehenden und winkenden Menge und das Hupen mehrerer Jeeps.

Ich öffne meine Augen und blicke in die Seiner Heiligkeit, gerade als sein Wagen an mir vorüberfährt. Er sieht mich mit erstauntem, ein wenig amüsiertem Blick an und es gelingt mir gerade noch, die Hände zum Gruß zu falten. Zeit zum Auseinanderschlagen meiner inzwischen taub gewordenen Beine und zum Aufstehen bleibt mir keine. So muss ich wohl einen ganz besonders friedvollen Eindruck auf ihn gemacht haben – noch dazu einen völlig unzeremoniellen.

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Nonne in Choglamsar.
Nonne in Choglamsar

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26. August.

Als ich erwache, regnet es. Kein Pritscheln, sondern das Trommeln feiner Fingerchen auf den Dächern der Oasenstadt im Westhimalaya. Heute fahren wir mit einem Chauffeur, dem ich wegen meiner Morgenmuffelei zunächst nicht traue, der sich aber schnell als guter Fahrer und liebenswerter Zeitgenosse outet, nach Likir und Lamayuru. Insgesamt sechs Stunden Jeep über ärgste Bergstraßen. Mandel- und Aprikosenfrühstück in einem Dorf bei einem Pappelhain.

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Aprikosen gehören zu den wenigen Obstsorten, die in 3.500 Meter Höhe noch wachsen und, frisch oder getrocknet, fixer Bestandteil der täglichen Ernährung sind. Die Bäuerin ist eine in einer langen Reihe von Aprikosenverkäuferinnen am Straßenrand auf dem Weg nach Kargil.
Aprikosen gehören zu den wenigen Obstsorten, die in 3.500 Meter Höhe noch wachsen und, frisch oder getrocknet, fixer Bestandteil der täglichen Ernährung sind. Die Bäuerin ist eine in einer langen Reihe von Aprikosenverkäuferinnen am Straßenrand auf dem Weg nach Kargil

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Wir werden Zeuge der Bergung eines abgestürzten LKWs, dessen Fahrer den Göttern sei Dank noch leben. Sechstausender rundherum – die Berge sind hier zackig und wild zerrissen, purpurn, rabenschwarz und violett, allesamt unzugänglich und überdimensional. Die Landschaft ist die entrückteste, der Welt der Menschen fremdeste, die ich je gesehen habe. Es würde mich nicht wundern, würden plötzlich Ameisen, groß wie Hunde über die Grate krabbeln, so wie es der antike griechische Historiker Herodot über Ladakh geschrieben hat.

Lamayuru, das Pate stand für das legendäre Shangri-La in James Hiltons Roman Lost Horizon, ist ein düster-weltferner Ort der Vergeistigung: schöner heller Gebetsraum, der alles Tageslicht durch einen milchig verglasten Dachüberbau einlässt; hunderte Butterlampen mit ihren reglosen Flämmchen; goldene Buddhas und Rinpoche-Figuren, bunte Krawattenbanner; Regale mit Schriftrollen und Wandgemälde in intensiven, aber unglaublich geschmackvoll aufeinander abgestimmten Farben. Der Duft von weichem Wachs und bitterem Räucherwerk.

Als der Himmel langsam aprikosenfarben wird und wir uns an die Rückfahrt nach Leh machen, verwandelt die goldene Abendsonne die Bergwelt in ein heiliges Land. Nicht gelobt, das wäre zu laut. Eher still gepriesen.

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Literatur über Ladakh:

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M.L.A. ‘Ganpat’ Gompertz ::: Magic Ladakh (Seeley, Service & Co.; 1928)

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Heinrich Harrer ::: Ladakh – Menschen und Götter hinterm Himalaya (Pinguin Verlag; 1978)

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Andrew Harvey ::: A Journey in Ladakh (Houghton Mifflin; 1983)

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Helena Norberg-Hodge ::: Ancient Futures – Learning from Ladakh (Sierra Club Books; 1991)

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Jaroslav Poncar ::: Ladakh 1974 to 2008 – A Photographic Homage (Serindia; 2010)

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Peter van Ham ::: Heavenly Himalayas (Prestel; 2010)

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Charlie Loram ::: Trekking in Ladakh (Trailblazer Publications; 2004)

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Abram Pointet ::: Ladakh Zanskar Travel Map 1:300 000 (Olizane; 2010)

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Pico Iyer ::: Heaven’s Gate (Travel-Essay im New York Times Style Magazine)

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Reisebuchklassiker: Andrew Harvey, A Journey in Ladakh (1983).