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::: Miles Davis :::

EINSAME KLASSE

 

Es ist das weltweit meistverkaufte Jazz-Album und eine Lektion in Klarheit und Atmosphäre. Für viele Hörer und Musiker war es der Eingang zum Jazz überhaupt: Die Rede ist von Miles Davis’ Album Kind of Blue. Im August 2019 feiert der Klassiker sein 60. Jubiläum.

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ind of Blue von Miles Davis ist ein zeitloser Klassiker. Für viele ist es das legendäre Album für die Insel.

Auch die Musiker des damaligen Miles Davis Sextetts sind heute Legenden: Tenorsaxofonist John Coltrane, Altsaxofonist Julian “Cannonball” Adderley, die Pianisten Bill Evans und Wynton Kelly, Bassist Paul Chambers und Schlagzeuger Jimmy Cobb. Der einzige, der auch damals bereits eine feste Größe war: Trompeter, Komponist und Bandleader Miles Davis. Der Picasso des Jazz. Es waren die richtigen Leute, die im richtigen Moment, im richtigen Raum gemeinsam Musik machten.

Die Musik, die im Frühling 1959 entstand, war eine Reduktion auf das Wesentliche. Durch die einfachen Grundstrukturen der Kompositionen entstand Freiraum für die Musiker, zu solieren, zu abstrahieren, Weite jenseits der Begrenzung zu finden. Kind of Blue ist ein langsames, entspanntes Album: konzentriert, zärtlich und von einer einmaligen Atmosphäre durchdrungen.

Die überkochende Hektik, die hyperventilierende Mitteilsamkeit des Bebop und Hardbop mit seinen raschen, zahlreichen Harmoniewechseln war Vergangenheit. Miles wollte Ruhe ins Spiel bringen und verwendete für die fünf Stücke auf Kind of Blue nur wenige Akkordwechsel, die den Zuhörer in einen hypnotischen, meditativen Bann ziehen.
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Miles liebte Bill Evans’ Klavierspiel so sehr, dass er ihn gelegentlich anrief und ihn bat, den Telefonhörer aufs Klavier zu legen, um ihm beim Improvisieren zuzuhören.

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Miles Davis war ein Intellektueller, den es reizte, die konzeptuelle Ästhetik eines Genres in ein anderes zu exportieren und zu sehen, wie sich eine Idee in ein neues Ganzes fügen würde. Und Miles hatte ein umfassendes Wissen über Theorie, Tonleitern und Stile. Wenn er für sich zu Hause Platten auflegte, so waren es meistens afrikanische Rhythmen, Gospel, Soul, Bossa Nova, Flamenco und natürlich Blues. Miles war durchaus auch ein Kind von Traurigkeit. Er hatte den Blues im Blut.
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Coolness in Person: Miles Davis im berühmten 30th St. Studio.

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Seinem Weltschmerz gab der ewige malcontant Miles in seinem Spiel den elegantesten Ausdruck. Der Klang seiner Trompete war so einsam wie ein Eisberg, der nach Süden driftet. Eingebettet in die Virtuosität seines Sextetts entstand ein Sound, in dem man sich mit allen weltlichen und kosmischen Sorgen verstanden und wohlig geborgen fühlt.

Pianist Bill Evans, dessen Ton, musikalisches Wissen und wohl auch dessen Eigenständigkeit Miles Davis enorm schätze, war bei der Entstehung von Kind of Blue eine zentrale Figur.

Wie Miles war Evans fasziniert vom Konzept des modalen Jazz, zurückgehend auf den Pianisten und Theoretiker George Russell. Beim modalen Jazz improvisieren die Musiker über wenige Modi (Skalen) anstatt über konventionelle Harmoniewechsel. Die Begleitung besteht oft nur aus wenigen, ständig wiederholten Akkorden, sogenannten Vamps.

Bill Evans’ Klavier ist jedoch weniger Begleitung als vielmehr die kreative Grundlage des Zusammenspiels: abstrakte und kunstvoll zerlegte Akkorde; Scherben, die Glück bringen. Evans’ Spiel klingt vergeistigt und urban, ein wenig nach Thelonious Monk, doch samtener und sensibler im Anschlag. Miles liebte Bill Evans’ Klavierspiel so sehr, dass er ihn gelegentlich anrief und ihn bat, den Telefonhörer aufs Klavier zu legen, um ihm beim Improvisieren zuzuhören.
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Im Fokus: Miles Davis und Bill Evans, dahinter Paul Chambers am Bass.

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Evans schrieb auch die Liner Notes für das Cover der Originalpressung. Hier ist die deutsche Übersetzung dieses wegweisenden Begleittextes:

„In Japan gibt es eine kalligrafische Kunstform, die den Maler dazu zwingt, spontan zu sein. Er geht dabei mit einem speziellen Pinsel und schwarzer Wasserfarbe an einem dünnen, aufgespannten Papierbogen zu Werk. Jede unnatürliche, dem Malfluss widerstrebende Bewegung würde die Linie zerstören oder sogar dazu führen, dass die Borsten den Papierbogen durchbrechen. Ausbesserungen und Änderungen sind nicht möglich. Der Kalligraf muss dabei eine ungeheure Zurückhaltung beherrschen, um einer bestimmten Idee zu erlauben, sich selbst Ausdruck zu verleihen. Dabei muss er seine Hände so bewegen, dass sich eine persönliche Absicht nicht einmischen kann.

Dieser Überzeugung, dass die direkte Tat die bedeutungsvollste und wahrhaftigste Wiedergabe einer Idee ist, folgen Jazzmusiker in der Improvisation – jener strengen und einzigartigen Entwicklung in der zeitgenössischen Musik. Dabei ist Gruppenimprovisation eine noch viel weitergehende Herausforderung. Einmal ganz abgesehen davon, dass gemeinsames kohärentes Denken eine schwer herzustellende geistige Verbindung zwischen den einzelnen Musikern voraussetzt, muss auch noch etwas anderes ganz bewusst ausgeschaltet werden, um auf ein geglücktes kollektives Ergebnis zu kommen: Das sehr menschliche und soziale Bedürfnis nach Anerkennung. Dieser Zwiespalt wurde auf diesem Album bestens aufgelöst.
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Bluesbrüder: John Coltrane, Cannonball Adderley, Miles Davis und Bill Evans.

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So wie der Kalligraf seinen Bogen aus Papier braucht, benötigen Musiker einen skizzierten Rahmen aus Thema, Tempo und Harmonie. Um alle Bandmitglieder mit frischem Geist und ohne Vorkenntnisse, Gewohnheiten und Erwartungen spielen zu lassen, kam Miles mit atmosphärisch exquisiten aber sehr einfachen „Rahmen“ ins Studio. Diese skizzenhaften Ideen waren auch ihm nur wenige Stunden zuvor zugefallen. Das ist auch der Grund, weshalb auf Kind of Blue pure Spontaneität zu hören ist. Die Band hatte diese Kompositionen noch nie vor den Aufnahmen gehört oder gespielt und ich glaube, ohne Ausnahme war jede einzelne dieser Performances ein First Take.“

Obwohl das nachweislich so nicht ganz stimmt, waren es meistens immerhin der zweite oder dritte Take (dt.: Aufnahme, die man auf dem Album verwenden kann), der es auf die Platte schaffte. Nur von Flamenco Sketches gibt es einen kompletten Alternative-Take. Tatsächlich kostete Kind of Blue Columbia Records sehr wenig an Studiozeit und Bandmaterial: Die gesamten Aufnahmen wurden in nur zwei Tagen (2. März und 22. April 1959) eingespielt und fanden auf drei Rollen Scotch 190 Magnetband Platz.

Fred Plaut, der aus München stammte, sich später als Fotograf einen Namen machte und bei legendären Alben wie Glenn Goulds Goldberg Variations, Dave Brubecks Time Out oder Charles Mingus’ Mingus Ah Um an den Reglern gesessen hatte, war von CBS als Aufnahmeleiter engagiert. Plaut brachte eine Soundqualität zustande, die ihresgleichen suchte, voll Räumlichkeit, Körper und Klarheit.
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‘The Church’: Das 30th St. Studio war für seine Akustik bekannt. Hier wurde Kind of Blue eingespielt.

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Als Studio war kein anderes infrage gekommen als das berühmte CBS 30th Street Studio in Manhattan, das sich in der 207 East 30th Street, zwischen Second Avenue und Third Avenue befand (1982 wurde es abgerissen und an seiner Stelle das Wilshire Building gebaut).

Dort war ein einziger großer Aufnahmeraum in einer ehemaligen Kirche eingerichtet. ‘The Church’ wurde von Musikern als einer der Räume mit der besten Akustik ausgewiesen. Kind of Blue war zudem eine der ersten Stereo-Platten der Popmusik und leitete eine neue Ära des Musikhörens ein.
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Vom zweiten Session-Tag sind, ihm Gegensatz zum ersten, Fotografien von Fred Plaut erhalten. Von beiden Tagen existieren Mitschnitte der Momente zwischen den Einspielungen samt Wortgeplänkel und Probeläufen, sowie einem knarzenden Holzboden:
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(Das Miles Davis Sextett gruppiert sich um Jimmy Cobbs Drumset. Die Produzenten Teo Macero und Irving Townsend sind hinter der Glasfront des Regieraums zu erkennen. Zigarettenrauch steigt in schlanken Fäden zur Decke. Studio-Geplauder und Bassläufe sind zu hören.)
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Stimme aus dem Regieraum: Take zwei!
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Miles Davis: Wart mal einen Augenblick, Irving, …warte.
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Regie: Okay.
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Miles Davis zu Cannonball Adderley: Hey, Cannon, wenn du dich auf deinem Hocker hin und her bewegst, hört man …
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(holziges Quietschgeräusch)
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…genau das. Oh yeah!
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(allgemeines Gelächter)
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Miles Davis in Richtung Regie: Wisst ihr, euer Boden quietscht, ist euch das schon mal aufgefallen? Habt ihr gehört?
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(unverständliche Blödeleien und lautes Lachen)
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Miles Davis: Lasst uns loslegen!
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Cannonball Adderley: Das ist die Oberfläche der Politur, surface noise, weißt du?
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(Paul Chambers erzeugt am Kontrabass ein knarrendes Brummen)
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Bill Evans: Surf-ass noise.
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John Coltrane: Gehört alles zum Stück dazu, Mann.
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Cannonball Adderley: Surf-ASS noise!
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(allgemeine Heiterkeit)
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Regie: Lasst uns noch einen Take versuchen. Aufnahme läuft. Take zwei.
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(Augenblicklich wird es still. Miles, Bill und Jimmy tauschen Blicke aus. Einsatz.)
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Es fällt leicht, Kind of Blue durchzuhören. Auch Leuten, die Jazz eigentlich überhaupt nicht mögen. Es ist eine Platte, die man immer und immer und immer wieder auflegen kann und jedesmal ein bisschen etwas Neues darauf entdeckt. Sie geht ins Ohr, lässt die Finger automatisch schnippen. Der unwiderstehliche Groove fährt in die Beine. Paul Chambers am Bass und der einzigartige, ausgefuchste Jimmy Cobb an den Drums weben einen Teppich, auf dem sich die anderen Musiker frei bewegen können.

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Der Klang seiner Trompete war so einsam wie ein Eisberg, der nach Süden driftet.

 

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Die gesamte Platte klingt ausgewogen, kein einziger Ton zu viel wird gespielt. Jedes Detail hat Klasse. Die Noten sind langgezogen und vergleichsweise wenige. Eines ergibt das andere, ganz ungezwungen. Die Band verlässt sich komplett auf ihre Instinkte und den guten Geschmack. Logik trifft Leidenschaft. Der Hörer wird Zeuge, wie Musiker miteinander denken und fühlen.

Zu seinem Erscheinen im August 1959 wurde Kind of Blue über Nacht von Jazzfans aus aller Welt ins Herz geschlossen. Es ist mit 6 Millionen Einheiten bis heute das weltweit meistverkaufte Jazz-Album; jede Woche wird es im Durchschnitt 5000 mal gekauft.

Miles Davis war nicht erst seit Kind of Blue so etwas wie ein Wetterhahn, der sich am Dachfirst des Jazz drehte und die Windrichtung vorgab, meinte Bassist und Weggefährte Ron Carter einmal. Alle blickten zu ihm auf und orientierten sich an seinen kreativen Phasen. Und als die Jazzwelt sich dann eines Tages entschloss, in eine andere Richtung zu blicken und andere Wetterhähne zu konsultieren, ging Miles weiter seiner Wege und sagte einfach nur: „So What!“
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Die Stücke:

 

So What beginnt mit einem Intro oder Exposé, das der kanadische Arrangeur und Bandleader Gil Evans für Bill Evans (nicht verwandt) und Bassist Paul Chambers komponierte. Es ist eine kostbare Figur, die für ein paar Momente Film-Noir-Spannung aufbaut und direkt auf eine helle, die Spannung auflösende Lichtung führt. Unvermittelt schließt Chambers gleich das prägende Thema an, dem im Call-and-Response Evans’ Klavier und danach die Bläser antworten. Mit einem einzigen, gerade richtig dosierten Cymbal-Crash macht Jimmy Cobb dann die Bühne für Miles’ erstes Solo frei. Dieser Moment ist sicher einer der zehn besten in der gesamten Jazz-Geschichte. John Coltrane verwendete später die gleiche Akkordstruktur im dorischen Modus (ein fünftöniger Akkord mit drei übereinander geschichteten Quarten und einer Terz darüber) für seinen eigenen Klassiker Impressions.

Freddie Freeloader ist ein swingender, eigentlich ziemlich gut gelaunter Blues in B-Dur, der im Mittelteil John Coltrane auf der Höhe seiner Kunst ins Scheinwerferlicht rückt. Benannt ist Freddie Freeloader nach einem Bartender in Philadelphia, der seinen Gästen oft mit Wasser gestreckte Drinks servierte, um über die Runden zu kommen. Das Stück ist von Wynton Kellys bluesigen Piano-Licks geprägt und der Prototyp eines Jams in einem rauchigen New Yorker Jazzkeller. Kelly war zu der Zeit fixer Bestandteil des Miles Davis Sextetts. Doch Miles wollte für die Aufnahmen Bill Evans, der im Jahr zuvor seiner eigenen Wege gegangen war, wieder zurückhaben. Für Kelly muss es sich daher seltsam angefühlt haben, als er zu den Sessions erschien und Evans am Klavier sitzen sah. Schließlich fanden beide ihren Platz auf dem Album. Während Evans die Stimmung und Struktur des Albums mitbestimmte und seine lyrischen, poetischen Harmonien einbrachte, war Freddie Freeloader die Vitrine für Kellys ausdrucksvollen Klavier-Swing.

Blue in Green ist romantischer Minimalismus par excellence: Ätherisch, weltfern, gottverlassen. Die perfekte Nummer, um an einem Regentag am Fenster zu stehen. Mit großer Behutsamkeit betreten die Musiker den zerbrechlichen, gläsernen Raum dieses Stückes, um ihn mit ihrer ganzen Würde und Hingabe auszufüllen. „Es ist das Understatement, das diese Aufnahme so groß macht“, sagt Q-Tip von A Tribe Called Quest über Blue in Green.

All Blues ist ein Walzer, der dank Jimmy Cobbs Besenspiel auf der Snaredrum wellig und weich dahinfließt. Paul Chambers’ Gesicht war laut Fred Plaut eine Maske des Schmerzes, mit zusammengepressten Lidern und Schweißtropfen, die über seine Wangen perlten: Elf Minuten lang musste er die immer gleichen Fingerbewegungen am Kontrabass vollziehen, um das Ostinato-Schema aufrechtzuerhalten. Das schwerelose Blues-Solo kommt von Sax-Gott Cannonball Adderley. All Blues war gleichzeitig die letzte Nummer, die am zweiten Session-Tag für Kind of Blue eingespielt wurde und die letzte Gelegenheit, bei der Miles Davis und Bill Evans miteinander musizierten.

Flamenco Sketches entstand aus der berührend-stillen Komposition Peace Piece von Bill Evans. Die phrygisch-dominante Tonleiter sorgt für das spanische Ambiente. Nur nach langem Hickhack gab der Royalty-Tiger Miles Davis am Ende seiner Karriere Bill Evans das Urheberrecht für dieses Stück. Das unsterbliche Sax-Solo spielte John Coltrane. Im Herbst 1959, ein halbes Jahr nach den Aufnahmen zu Kind of Blue machte sich Miles an seine dritte Zusammenarbeit mit Arrangeur Gil Evans. Auf seiner nächsten LP Sketches of Spain fuhr er da fort, wo er mit Flamenco Sketches aufgehört hatte.
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Stimmen zu Kind of Blue:

 

Jimmy Cobb: „Es muss wohl im Himmel entstanden sein.“

Benny Green: „In der musikalischen Landschaft des Jazz ist Miles Davis ein seltener Vogel. Wenn er spielt, dann nicht um vor den Problemen des Alltags Ablenkung zu suchen. Vielmehr sind die weltlichen Sorgen eine Inspirationsquelle für sein gesamtes Schaffen. In seinem introvertierten Spiel auf Kind of Blue gibt es keinen Überschwang, wie wohl die Höhepunkte seiner Improvisationen voll Leidenschaft und Feuer sind…

Kind of Blue mag man allerorts und in jedem Alter.

…für mich ist Miles ganz klar der Musiker des Jazz mit der ausgeprägtesten Feinfühligkeit. Er ist nicht von jener Art Musiker, die nach der Musik greifen wie nach einer Whiskey-Flasche. Seine Empfindsamkeit ist viel eher die eines Kenners, der seine Finger über eine Ming-Vase streichen lässt. Diese klassisch geschulte Strenge ist die Messlatte für sein Spiel, in dem er mit peinlich genauer Hingabe jedem einzelnen Ton den ihm gebührenden Wert zumisst.“

Julian Cannonball Adderley: „Miles sagte niemandem in der Band, was er spielen sollte. Aber manchmal sagte er den Musikern, was sie nicht spielen sollten: Hey, Mann, diese Note da, die brauchst du gar nicht! Ich hörte auf ihn und verstand.“

Darryl Jones, der Mitte der 1980er Jahre für Miles Davis den Bass zupfte: „Ich habe das genaue Hinhören bei Kind of Blue gelernt. Einem Ensemble zuzuhören, mit jener kompletten Konzentration, mit der man die Ohren spitzt, wenn man mitten in der Nacht das Splittern von Fensterglas vernommen hat.“

Q-Tip: „Kind of Blue ist wie die Bibel. Jeder hat eine Ausgabe zu Hause.“

Quincy Jones: „Das ist genau meine Musik. Ich höre dieses Album jeden Tag. Es ist mein Orangensaft. Es klingt noch immer, als wäre es gestern eingespielt worden.“

Miles Davis, auf die Frage, ob ihn der große Erfolg dieser doch recht simplen Platte damals überrascht habe: „Damals nicht wirklich. Es war Bill Evans’ Klavierspiel, das dazu geführt hat. Er brachte mir immer wieder Stücke von Ravel, Debussy und Bartók und sprach von verschiedenen Modalitäten. Von denen hatte ich schon zuvor gehört, aber dass die Platte so wurde, wie sie ist, verdanke ich Bill.“ Und auf die Frage, warum er die Stücke in seiner späteren Karriere nicht mehr live brachte: „Ach, weißt du, diese Art zu spielen, die schmerzt meine Lippen viel zu sehr.“
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Fotos: Fred Plaut, Don Hunstein, Jay Maisel

 

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Buchtipp: Ashley Kahn ::: Kind of Blue: The Making of the Miles Davis Masterpiece (auch auf Deutsch erschienen)
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Weblinks:

NPR Music Interviews zu Kind of Blue

NPR Jazz Profiles with Nancy Wilson

Dokumentation: Kind of Blue – Made in Heaven

Über modale Musik: Wie Miles den Jazz veränderte