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GRETE HAT DEN GROOVE

Sie gilt als wildester Skihase der Westlichen Welt: Was Grete Eliassen so treibt, wenn sie nicht gerade von mörderischen Cliffs springt, verrät die US-Norwegerin im Interview.

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Grete, kann es sein dass Du eine Schwäche für Nerds hast?

Also dafür, dass das die erste Frage ist, kennst Du mich schon ziemlich gut (lacht). Ich bin ein heimlicher Nerd, die meisten Leute nehmen diese Seite von mir gar nicht wahr. Die kommt erst zu Tage, wenn ich in der Uni sitze. Ich mag Jungs, die eine längere intellektuelle Konversation aufrecht halten können. Außerdem schaue ich in der Früh immer Nachrichten. Meine Fix-Sendungen sind „60 Minutes“ auf CNN und „Frontline“ auf PBS. Also, ja! Ich habe eine Schwäche für Nerds. Dafür helfen sie mir aber auch beim Studium.

 

Welcher Harry-Potter-Band ist der Beste?

Der letzte, Nummer sieben (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes; Anm.). In diesem Buch kommt alles zu einem Abschluss und ich bin echt stolz, dass ich alle Teile bis hierher durchgezogen habe. Es ist auch eine emotionale Erfahrung voll Freude und Traurigkeit, denn am Schluss des Buches muss man ohne Harry weiterleben und dabei ist er bereits zu einem fixen Bestandteil des eigenen Lebens geworden.

 

Gibt’s eine Farbe, die Du nie und nimmer tragen würdest?

Orange. Im Sommer, wenn ich schön braun bin, geht sich’s grad noch aus. Aber im Winter, wenn ich weißer als Schnee bin, würde Orange mich doch nur dran erinnern, dass es draußen kalt ist und ich ganz blass bin.

 

Dein norwegisches Lieblingsessen?

Vaffler! Es geht nichts über norwegische Waffeln.

 

Wie betrinkt man sich mit Verantwortung?

Ich glaube nicht, dass das geht …

Grete und Sound-Professor Questlove, bekannt von der formidablen HipHop-Band The Roots und von der Late Night Show mit Jimmy Fallon.
Grete und Sound-Professor Questlove, bekannt von der formidablen HipHop-Band The Roots und von der Late Night Show mit Jimmy Fallon.

Wie kam es zu Deiner Begegnung mit Schlagzeuger Questlove von der HipHop-Band The Roots?

Ich war mit vielen anderen bekannten Sportlerinnen zum Tween Summit, einer Abendveranstaltung der Women’s Sports Foundation, in Washington D.C. eingeladen. Am nächsten Tag nahmen wir den Zug rauf nach New York City und wie ich so am Bahnsteig warte, latscht auf einmal dieser große schwarze Typ mit Plattentasche und einem Kamm im Afro an uns vorbei. Ich dachte nur „Oh mein Gott, die Roots sind in der Stadt!“ und habe ihn dann im Zug um ein Foto gebeten. So einfach war das. Mein Lieblingslied war auch das erste, das ich von ihnen gehört habe: „The Seed 2.0 ft. Cody Chesnutt“.

 

Deine liebste Rock’N’Roll-Band?

In meinen I-Tunes sind Rockbands gerade spärlich gesäht, aber ich war schon mal auf einem Skid Row- und auf einem Quiet Riot-Konzert. Beide Male vorne in der Mitte. Danach habe ich eine ganze Woche lang 80-er Rock gehört. Der gefällt mir am Besten.

 

Welcher Track in Deinen I-Tunes hat die meisten Zähler?

Okay, ich werde ehrlich sein und gleich nachschauen. „Night & Day“ von Lloyd: 154 Zähler. Was soll ich sagen … ich bin eben ein R&B-Softie.

 

War Willy Bogners Skifilm „Feuer und Eis“ mit Suzy Chaffee stilprägend für Dich?

Ich habe vor diesem Interview noch nie davon gehört, aber jetzt hab ich’s auf YouTube gesehen und es stimmt: Riiiesen-Vorbild, jetzt weiß ich endlich wo ich herkomme. Suzy Chaffee, Du bist meine Heldin!

 

Hast Du schon den Film über die Ski-Erstbefahrung des Mt. Saint Elias gesehen ? Der dürfte interessant sein für Dich, nicht nur wegen der Namensgleichheit.

Es gibt einen Film, einen Berg und einen Heiligen, der Elias heißt? Wow, das ist das beste Interview, das ich je hatte! Ich werde mich mal schlau machen drüber!

 

Das Eliassen-Hausrezept zur ganzheitlichen Entspannung?

Erstens: Ein heißes Vollbad. Baden ist der Hammer!

Zweitens: Zu Hause bleiben und einen Tag lang rein gar nichts machen.

Drittens: An meinem Lieblingssee am Dock liegen und in die Sonne blinzeln.

 

Warst Du schon mal in einem Haus, in dem es spukt?

In einem echten? Ich denke zumindest mal. Geisterhäuser sind mein liebster Zeitvertreib. Ich liebe es, mich vor Angst und Lachen fast anzumachen. Man kann sich dabei auch nicht verletzen und es ist trotzdem irre aufregend.

 

Ein Augenblick echter Gefahr?

Mit 17 bin ich meinen ersten Road-Gap (Sprung über eine Straße; Anm.) gesprungen. Der ging über eine Absperrung und eine Pass-Straße, auf der ein Doppeldecker-LKW geparkt war. Es war eine der verrücktesten und dümmsten Aktionen meines Lebens, aber ich bin gesprungen weil ich Grete bin und solche Sachen eben mache.

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Sind Deine Eltern gute Skifahrer?

Sie sind beide ausgezeichnete Skifahrer. Mein Dad hat mir beigebracht, einen Berg raufzuhiken und wieder runter zu fahren. Er hat im Sommer auf seinem norwegischen Lieblingsberg eine Schneise geschlagen, damit wir einen Treerun (Abfahrt durch den Wald; Anm.) fahren können, wenn wir im Winter wieder dort sind. Die Grätsche, für die ich bekannt bin, hat mir übrigens meine Mama beigebracht. Meine Eltern haben mich auch immer zu den Contests geführt und kein einziges mal gemault, weil sie skifahren genau so lieben wie ich.

 

Hast Du ein Ritual bevor Du in einem Bewerb an den Start gehst oder in einem Video loslegst?

Ich höre immer Musik davor. Mit guter Laune und einem Groove im Ohr fahre ich gleich viel besser. Also Finger weg von meinem Radio!

 

Hättest Du manchmal gern rabenschwarzes Haar?

Ich habe mir die Haare noch nie gefärbt, ich glaube, das sähe bei meinem Hauttyp auch ziemlich scheiße aus. Aber ich hätte gern mal so eine Power-Frisur wie Kelis oder Rihanna. Nur für einen Tag.

 

Von welchem Fotografen möchtest Du eines Tages gern porträtiert werden?

Lauren & Abby Ross. Die beiden Schwestern sind unglaublich: Ihre Perspektiven sind fast unwirklich und ihre Farben so erfrischend.

 

Deine liebste Zeichentrick-Figur?

Arielle, die Meerjungfrau, und Bambi, ha!

 

www.greteeliassen.com

 

Photo credits: Red Bull Photofiles, Grete Eliassen